Lena, Berlin

„Über das Leben meines Großvaters wurde in meiner Familie nie gesprochen. Es ist, als würde ich durch meine Recherchen nun eine zweite Person auferstehen lassen.“


Tom Göbel, Dresden

„Seit 20 Jahren erforsche ich das Schicksal meines Großvaters Richard. Seine Feldpostbriefe waren die Ausgangsquelle.“


Johannes, Berlin

„Juristische Ermittlungen, die heute häufig auf Beihilfe zum Mord abzielen, werfen die Frage auf, ob mein Großvater unter diesen Vorzeichen auch hätte angeklagt werden können.“


Jürgen, Brandenburg a.d. Havel

„An meiner Familiengeschichte kann man ganz typisch sehen, dass Familien nicht ausschließlich aus Tätern, Mitläuferinnen oder Verfolgten bestehen, sondern dass sich all diese Geschichten auch verweben.“


Karina Urbach, Cambridge

„Was meiner jüdischen Großmutter Alice widerfuhr, war Teil eines groß angelegten Betrugs, den deutsche Verlage nach dem Krieg einfach fortsetzten.“


Julia, Berlin

„Nicht nur die deutsche Täter- und Opferseite, auch die europäische Dimension des Krieges kann es (und vielleicht auch immer mehr, je mobiler Gesellschaften sind und werden) in eine Familie geben.“ 


Marcus, Magdeburg

„Ich bin im Osten geboren und war zehn zur Wende, bis dato war Antifaschismus höchstes Gut, es war undenkbar, dass in der DDR Nazis untergetaucht waren – das gab’s nur im Westen.“


Maja, Berlin

„Er wurde von der Spruchkammer als Mitläufer eingestuft. Aber: vereinen sich in ihm nicht die Qualitäten von Überzeugungstäter und Mitläufer?“


Christa, Duisburg

„Ist es ein Widerspruch, Kriegsgegner zu sein und doch mit der Waffe in der Hand z. B. gegen den Kapp-Putsch zu kämpfen? Ich glaube, für meinen Opa als überzeugten Antifaschisten war es das nicht.“


Daniel Haberlah, Braunschweig

„Irgendwann dämmerte mir, dass sie wohl zur Gruppe der Menschen gehören musste, die als sogenannte „Asoziale“ verfolgt worden waren. Aber ich hatte für diese Geschichte nicht den Hauch eines Beweises.“


Florian, Wrocław

„Nach dem Krieg wurden meine polnischen Großeltern sogenannte Displaced Persons und blieben letztlich notgedrungen als sogenannte heimatlose Ausländer in Deutschland.“


Francesco Arman, Gießen

„Diskriminierungen an Sintizze und Romnja gibt es seit Jahrhunderten, aber mit den Nazis wurde daraus eine industriellen Vernichtung.“


Marcel Rözer, Nijmegen

„Ich hatte und habe auch immer den niederländischen Blick, der sorgt für mehr Abstand.“