Für Viele ist der Nationalsozialismus nicht mehr als Geschichte – und doch wirkt er bis heute weiter – im eigenen Leben, in den Familien – in der Gesellschaft. Der Podcast „gestern ist jetzt“ erzählt von der Suche nach Antworten darauf, wie sich unsere Großväter im Nationalsozialismus verhalten haben. Und soll auch Dich bei Deiner Suche nach Deinen Großvätern und Großmüttern weiterbringen – dank der Unterstützung vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit dem Thema ganz unterschiedlich beschäftigen.
„gestern ist jetzt“ erscheint einmal im Monat.

#25 – Zwangsarbeit

Streuobstwiese, Foto: Stefan Weger

Stefan Wegers Ururgroßmutter Luise hat Walerian Wróbel denunziert, deshalb wurde der mit dem Fallbeil hingerichtet. Walerian war gerade Mal 16 Jahre alt und wurde aus Polen verschleppt, um auf dem Hof von Stefans Familie Zwangsarbeit zu leisten. In #25 erzählt er von seiner bewegenden Suche nach Klarheit – und auch davon, warum es wichtig ist, die Gegenwart nicht zu vergessen. Denn Zwangsarbeit ist längst nicht Geschichte. Christine Glauning vom Berliner Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit ordnet ein und macht klar: Das Thema NS-Zwangsarbeit ist vielschichtig – und es dauerte Jahrzehnte bis auch Deutschland endlich dafür die Verantwortung übernahm.

#24 – im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde

Hörerin Leslie hat sich gemeldet und erzählt, warum sie den Begriff „Nazihintergrund“ wichtig findet. Und passend dazu sind wir zu Besuch im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde, wo man genau über diesen „Nazihintergrund“ der eigenen Familie ganz schön viel herausfinden kann. Zumindest Melanie hatte Glück bei ihrem Großvater. Denn Lutz Möser vom Bundesarchiv hat eine ziemlich interessante Akte gefunden. Und zwar eine Bewerbung für einen Job im Ministerium für die besetzten Ostgebiete. Thomas Pruschwitz von Ad Acta Recherchen hat geholfen, sie richtig einzuordnen. Und was dabei herauskam, führt die Suche nach dem Großvater nochmal in eine ganz andere Richtung.

#23 Sinti und Roma

In #23 treffen wir Francesco Arman, er ist der neue Sozialdezernent für die Linke in Gießen und Sinto – und zwar der erste in seiner Stadt in diesem Amt. Wir sprechen mit ihm darüber, warum sich die Stereotype gegen Sintizze und Romnja so hartnäckig halten, über die Verfolgung seiner Familie durch die Nationalsozialisten – und warum es wichtig ist, dass nicht mehr länger die Mehrheitsgesellschaft die Deutungshoheit über Vergangenheit und Gegenwart besitzt. Die Historikerin Karola Fings von der Forschungsstelle Antiziganismus der Uni Heidelberg, Mitglied der Unabhängigen Kommission Antiziganismus des Bundestages, ordnet Francescos Geschichte ein, gibt Recherchetipps und erklärt, warum es so wichtig ist, dass die Gesellschaft endlich mal genau zuhört, wenn es um Verfolgungs- und Diskriminierungsgeschichten geht.