Seit 75 Jahren ist der Nationalsozialismus Geschichte – und doch wirkt er bis heute weiter – im eigenen Leben, in den Familien. Der Podcast „gestern ist jetzt“ erzählt von der Suche nach Antworten darauf, wie sich unsere Großväter im Nationalsozialismus verhalten haben. Und soll auch Dich bei Deiner Suche weiterbringen – dank der Unterstützung vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit dem Thema ganz unterschiedlich beschäftigen.
„gestern ist jetzt“ erscheint ab Mitte September 2020 alle zwei Wochen.

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#3 Coburg

Links und Hintergründe:

Das schöne Coburg und seine unaufgearbeitete Vergangenheit

In Coburg prägt vor allem Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861)das Stadtbild. Die Liebe der britischen Königin Victoria zu ihrem früh verstorbenen Mann gilt als legendär. Dies und Alberts Ruf als liberaler Erneuerer bringt natürlich einen Hauch von Romantik und Weltläufigkeit nach Oberfranken. Bis heute spielt das Herzoghaus eine große Rolle für die Coburger.

Brigitte in der Stadt ihres Großvaters

Brigittes Opa Otto war Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und musste deshalb einige Repressionen erleben – auch schon vor 1933.

Coburg als Vorreiterin des Dritten Reiches

Coburg war schon vor 1933 eine Nazistadt. Brigitte hat diese Geschichte auch für den Deutschlandfunk recherchiert:

Melanie ist von Coburg begeistert, Brigitte auch (mit Einschränkung)

20 Jahre und immer noch kein Stadtmuseum

Seit 1996 setzt sich die Initiative Stadtmuseum in Coburg dafür ein, dass es ein Museum für Stadtmuseum und Bürgerkultur gibt. Rupert Appeltshauser ist seit zwei Jahrzehnten Vorsitzender und immer noch nicht am Ziel.

Hubertus Habel über Recherchewege

Wenn einer Coburg in der Zeit des Nationalsozialismus kennt, ist das Hubertus Habel. Er hat unzählige Recherchetipps. Wir haben für diese Folge nur einige wenige ausgewählt.

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#2 Der Anfang

Hintergründe und weiterführende Links

Begrüßung
Unser Gesprächspartner ist heute Oliver von Wrochem, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

KZ-Gedenkstätte Neuengamme gibt Starthilfe
Überblick über die verschiedenen Seminarangebote der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.
Oliver von Wrochem und die Historikerin Ute Wrocklage haben gemeinsam eine Broschüre zusammengestellt, die sich an Rechercheeinsteiger richtet: „Ein Täter, Mitläufer, Zuschauer, Opfer in der Familie. Materialien zu biografischen Familienrecherchen“. Es kann über die Webseite der Gedenkstätte bestellt werden und findet sich auch in jeder gut sortierten Stadtbibliothek.

Grundsätzliches zur NS-Familienrecherche

Wann ist ein Täter ein Täter?

Wie der familiäre Hintergrund heute prägt

Welche Daten braucht man für eine Recherche

Die Archive
Das Berlin Document Center ist heute Bestandteil des Bundesarchivs am Standort Berlin-Lichterfelde. Hier gibt es einen Überblick über die Bestände.
Die Geschichte der NSDAP-Kartei liest sich wie ein Krimi und war ein wichtiger Bestandteil, um die Nürnberger Prozesse vorzubereiten.
Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter hat die Kartei in großen Stichproben ausgewertet. Daraus ist sein aktuelles Buch über „Hitlers Parteigenossen“ entstanden, das wirklich zu empfehlen ist.

Die Wehrmachtsauskunftsstelle, kurz WAst. wurde Anfang 2019 in das Bundesarchiv in Berlin-Reinickendorf eingegliedert und zwar in die Abteilung „Personenbezogene Auskünfte zum Ersten und Zweiten Weltkrieg (Abteilung PA)
Die zentrale Personenkartei der WAst. bietet Auskünfte über den Einsatz im 2. Weltkrieg.
Achtung: Personenbezogene Unterlagen mit militärischer Herkunft verwalten verschiedene Abteilungen des Bundesarchivs – Berlin-Reinickendorf und -Lichterfelde aber auch das Militärarchiv Freiburg. Was wo zu finden ist erklärt das Bundesarchiv hier – dort findet Ihr auch die jeweiligen Benutzeranträge.
Public Record Office (PRO) London ist Teil der National Archives hier finden sich z.B. Ermittlungs- und Prozessakten britischer Militärgerichte in der Nachkriegszeit.
In den verschiedenen Landesarchiven liegen die Akten der Spruchkammerverfahren, auch bekannt als „Entnazifizierungsakten“. Es gilt das Landesarchiv, wo der oder die Angehörige zur Zeit des Verfahrens gelebt hat. Diese Akten sind eine wahre Fundgrube für neue Informationen, aber auch mit viel Vorsicht zu lesen. Später gibt es dazu eine eigene Folge bei „gestern ist jetzt“. Die Akten kann man auch online beim jeweiligen Landesarchiv bestellen und muss die Kopierkosten zahlen. Hier gibt es eine Übersicht über die einzelnen Landesarchive.
Mach mit!

Ausblick

Weiterlesen #2 Der Anfang

#1 Wer wir sind

Hintergründe und weiterführende Links

Filmtipps

Den Film „Herbert Wehner, die unerzählte Geschichte“ von Heinrich Breloer gibt’s auf Youtube.

Der Dokumentarfilm „Nachlass“ von Christoph Hübner und Gabriele Voss. Kinder und Enkel von NS-Tätern, Wehrmachtsangehörigen und Holocaust-Überlebenden die Familiengeschichte bis heute prägen.

Wer uns weiterhilft:

Angela Moré ist Gruppenanalytikerin und Sozialpsychologin an der Leibniz Universität Hannover und forscht zur unbewussten Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen an nachfolgende Generationen.

Der Historiker Johannes Spohr hat schon bemerkenswert viel darüber herausgefunden, wie sich sein Großvater im Nationalsozialismus verhalten hat. Er wird uns bald in einer eigenen Folge über seine Recherche und die Auswirkungen erzählen.

Oliver von Wrochem ist Leiter der KZ-Gedenkstätte Gedenkstätte Neuengamme. Er hat vor mehr als zehn Jahren Recherche- und Gesprächsseminare für Angehörige von NS-Tätern, Zuschauern, Mitläufern entwickelt, die jeweils im Frühling und im Herbst stattfinden und auch einen Rechercheratgeber herausgegeben mit den wichtigsten Grundlagen.

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