Seit 76 Jahren ist der Nationalsozialismus Geschichte – und doch wirkt er bis heute weiter – im eigenen Leben, in den Familien. Der Podcast „gestern ist jetzt“ erzählt von der Suche nach Antworten darauf, wie sich unsere Großväter im Nationalsozialismus verhalten haben. Und soll auch Dich bei Deiner Suche nach Deinen Großvätern und Großmüttern weiterbringen – dank der Unterstützung vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit dem Thema ganz unterschiedlich beschäftigen.
„gestern ist jetzt“ erscheint alle zwei Wochen.

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#15 Karina Urbach

Links und Hintergründe zu #15

Unser Gast heute ist die Historikerin Karina Urbach, die in „Das Buch Alice“ die Geschichte ihrer jüdischen Großmutter, der Wiener Kochbuchautorin Alice Urbach, recherchiert hat und dabei auf ein nahezu unbekanntes Kapitel der NS-Verbrechen stieß.

Alice und ihre Familie

Alice Vater Sigmund Mayer schrieb u.a. das Buch „Die Wiener Juden. Kommerz, Kultur, Politik 1700-1900“, Wien/Berlin 1917.

Sein Gegenspieler in Wien war der antisemitische Wiener Bürgermeister Karl Lueger.

Das Leben ihres Vaters Otto Urbach – als Agent des US-amerikanischen Geheimdiensts im Nachkriegsdeutschland und der frühen Bundesrepublik, ist eingeflossen in Karina Urbachs Agenten-Thriller „Camebridge 5 – Zeit der Verräter“, den sie unter dem Pseudonym Hannah Coler geschrieben hat.

Karina Urbachs Mutter Wera Frydtberg war in den 1950er Jahren eine bekannte Schauspielerin.

Die Recherche

Der lateinische Begriff „matricula“ bezeichnet Verzeichnisse, Register und Listen aller Art und bezieht sich oft auch auf Kirchenbücher (Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher). Neben Unterlagen aus dem eigenen familiären Umfeld und Dokumenten aus staatlichen und kommunalen Archiven kommt bei der Familienforschung den Matrikeln wegen ihres Alters und ihrer weitgehenden Vollständigkeit eine zentrale Rolle zu.

Buch-Raub

Der „Anschluss“ Wiens am 12. März 1938 veränderte das Leben von Alice Urbach und der jüdischen Bevölkerung Wiens komplett.

Nicht nur das Kochbuch von Alice wurde „arisiert“ und damit deren geistiges Eigentum geraubt – auch andere Verlage entledigten sich ihrer jüdischen Autorinnen und Autoren und ersetzten sie durch überzeugte Nationalsozialist*innen. In der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 9.12.2020 hat Karina Urbach dieses bislang wenig aufgearbeitete Vorgehen der Verlage beschrieben.

Der „Palandt“ ist eines der zentralen Werke in der deutschen Rechtsprechung und im Jura-Studium. Auch hier war der Mann hinter dem Namen überzeugter Nationalsozialist. Otto Palandt (1877-1951) war ein führender Funktionär im Reichsjustizministerium. Sein Name prangt bis heute auf dem wichtigsten Nachschlagewerk zum Bürgerlichen Gesetzbuch, dem BGB. Gerade ist die 80 im C.H.Beck-Verlag erschienen. Der hat stets abgelehnt, das Buch umzubenennen – obwohl dies schon länger grüne Landesjustizminister und auch die SPD-Justizministerien Christine Lambrecht fordern. Anfang Mai 2021 hat sich auch Bayerns Justizminister Georg Eisenreich von der CSU der Kritik angeschlossen. Er hat das in München ansässige Institut für Zeitgeschichte (IfZ) beauftragt, die Lebensgeschichte des NS-Juristen Palandt unter die Lupe zu nehmen und ein Gutachten zu veröffentlichen.

Ein zweiter prominenter Fall ist „Knaurs großes Gesundheitslexikon“, das wohl heute noch in vielen deutschen Bücherschränken steht und bis 2002 verlegt wurde. Der ursprüngliche Herausgeber 1930 war der jüdische Arzt Josef Löbel – allerdings nur bis 1940. Auch Löbel verlor nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 über Nacht alles: seine Wohnung, sein Einkommen und sein Werk. In mühevoller Kleinarbeit hat der Medizinhistoriker Peter Voswinckel nachgezeichnet, warum fortan als Herausgeber von Knaurs Gesundheitslexikon ein gewisser Peter Hiron formierte – ein Pseudonym des NSDAP-Mitglieds Dr. med. Herbert Volkmann, der umgehend begann, das Nachschlagewerk etwas „zeitgemäßer“ zu gestalten, indem er Einträge wie ‚Erbgesundheit“, „Rasse“ und „Kampfgasvergiftung“ hinzufügte und dafür Einträge wie „Homosexualität“ strich.

„Nach 1945 wurden Legenden gezimmert“, Gespräch mit dem Historiker Reinhard Wittmann über Verlage in der NS-Zeit in der Sendung @mediasres/Deutschlandfunk, 15.01.2020

„Der milde Blick. Wie deutsche Verlage mit ihrer NS-Geschichte umgehen“, Beitrag von Philipp Gessler in: Zeitfragen/Deutschlandfunk Kultur, 19.05.2017″

Mehr Infos zum NS-Reichsnährstand gibt’s auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.

Privat- und Adelsarchive

Karina Urbach: „Hohenzollern und Nationalsozialismus. Militarismus und echte Führerliebe“, taz, 31.1.2021

Karina Urbach: „‘England is pro-Hitler‘: German popular opinion during the Czechoslovakian crisis 1938″, in: Julie Gottlieb, Daniel Hucker, Richard Toye (eds.), The Munich crisis, politics and the people, Manchester University Press 2021

Der amerikanische Journalist Poultney Bigelow pflegte enge Kontakte zu den Hohenzollern

Kilb, Andreas: „Expertenrunde zu Hohenzollern. Alle einig gegen Preußen“, FAZ, 3.2.2021

Karina Urbach: [„Nützliche Idioten. Die Hohenzollern und Hitler“], erschienen in: Thomas Biskup, Truc Vu Minh, Jürgen Luh (Hg.): „Preußendämmerung. Die Abdankung der Hohenzollern und das Ende Preußens“, Research Center Sanssouci für Wissen und Gesellschaft 2019, S. 65-93

Kilb, Andreas: „Neues zu den Hohenzollern. Prinz im Fatherland“, FAZ, 7.9.2019

Der Coburger Adel und die Nazis

Das Glamour-Paar Königin Victoria und Prinz Albert ist heute ein wichtiger Faktor im Coburger Stadtmarketing.

Karina Urbach: „Hitlers heimliche Helfer. Der Adel im Dienst der Macht“, wbg Theiss 2019, 15 Euro

Mehr über die Forschungen zu Coburg hört Ihr in einem Vortrag auf Englisch von Karina Urbach zu ihrem Buch „Go-Betweens for Hitler (Hitlers heimliche Helfer)“ am Institute for Advanced Study in Princeton am 22.1.2016

„The Sun: Hier zeigt die Queen den Hitlergruß!“, Abendzeitung München, 18. Juli 2015

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Carl Eduard am 4. Juni 1945 in Coburg von der US-Armee verhaftet und bis Ende 1946 interniert. Anfangs noch wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, wurde er 1950 im Spruchkammerverfahren nach mehreren Berufungsverfahren als Mitläufer eingestuft und zu einer Sühneleistung von 5000 DM verurteilt. Für seine britische Verwandtschaft war der Coburger Fürst fortan der Sündenbock. Er durfte nicht zur Krönung von Elisabeth, sondern hat sich das in einem Kino in Coburg angeschaut. Zu seiner Persönlichkeit gibt es eine gute Doku auf Youtube, allerdings in Englisch.

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#14 Abraham Friedmann

In dieser Folge stellen wir Euch ein frühes Opfer der Nazis vor – einen Mann, dem auch nach dem Dritten Reich keine Gerechtigkeit widerfahren ist: den Unternehmer Abraham Friedmann. Auf seinem Rücken triumphierte der Nationalsozialismus in Coburg.

Links und Hintergründe

Über die Täter des Nationalsozialismus, über die Profiteure des Regimes und ihre Nachkommen wird bis heute viel berichtet – die Opfer bleiben oft ausgeklammert.

Sehr häufig in der Öffentlichkeit präsent sind z.B. Julia Stoschek und ihr Urgroßvater Max Brose . Max Brose war Wehrwirtschaftsführer, beschäftigte Zwangsarbeiter und profitierte von der Arisierung der Villa Abraham Friedmanns. Broses Enkel Michael Stoschek setzt sich bis heute dafür ein, seinen Großvater reinzuwaschen. Eine Absicht, die unter anderem auch dem ZDF-Satiriker Jan Böhmermann aufstößt, der sich in seiner Sendung immer wieder der Firma Brose widmet.

Abraham Friedmann und die Coburger Juden

Es ist Coburger Bürgern zu verdanken, dass die Erinnerung an die Entrechtung Friedmanns und der anderen Coburger Juden in Erinnerung bliebt: z.B. mit einer virtuellen Ausstellung. Empfehlenswert ist auch das Buch von Hubert Fromm, Die Coburger Juden. Geschichte und Schicksal. Herausgegeben vom Evangelischen Bildungswerk Coburg.

Unser Experte Hubertus Habel hat als Kurator einer eigenen Ausstellung zu Coburg im Dritten Reich dazu beigetragen, dass Friedmann, von dem außer einer schablonenhaften Karikatur ohne eigene Züge kein Bild mehr vorhanden ist, nicht vollständig vergessen wurde.

Zum Antisemitismus der Völkischen, der sich in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts manifestierte, gibt es hier eine gute Zusammenfassung.

Bayern spielte im Vorfeld des Dritten Reiches eine besondere Rolle, weil sich hier rechte Gruppen relativ sicher fühlen konnten. Was es mit Bayern als „Ordnungszelle“ auf sich hat, könnt Ihr im Historischen Lexikon Bayerns nachlesen.

Im Dritten Reich besann man sich auf die Schreibung Coburgs mit markigem „K“. Der „Zug nach Koburg“ spielte in der Propaganda des Regimes eine besondere Rolle. Auch hier hat das Historische Lexikon Bayerns eine gute Zusammenfassung dazu, was es mit dem so genannten Dritten Deutschen Tag und Coburg auf sich hat.

Das Bundesentschädigungsgesetz war ein erster Versuch, nationalsozialistisches Unrecht wieder gut zu machen – soweit das überhaupt geht.

Gregor Schöllgen ist als Historiker und Gerhard-Schröder-Biograph so bekannt wie in der Fachwelt umstritten. Mit seiner Geschichte der Firma Brose half er mit, die Firma in ein besseres Licht zu rücken als ihr vermutlich zusteht. Die Süddeutsche Zeitung hat ein interessantes Interview mit Schöllgen zum Thema geführt.

Zur Problematik der Wiedergutmachung hat die Bundeszentrale für politische Bildung einen Essay veröffentlicht.

Ein weiterer jüdischer Mensch, dem nach dem Dritten Reich noch Unrecht getan wurde, war Philipp Auerbach. Zum skandalösen Prozess gegen ihn und seinem anschließenden Selbstmord hat der Spiegel einen Hintergrundartikel veröffentlicht.

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#13 Menschen mit Nazihintergrund

Wir sprechen mit Meron Mendel und Saba-Nur Cheema von der Bildungsstätte Anne Frank über ihre Arbeit, die deutsche Erinnerungskultur und die aktuelle Debatte über „Menschen mit Nazihintergrund“.

Links und Hintergründe

Die Bildungsstätte Anne Frank klärt über die deutsche Vergangenheit auf und ist auch eine Beratungsstelle für Betroffene von rechter Gewalt. Damit schlägt sie eine Brücke vom Gestern ins Jetzt.

Die Bezeichnung „Menschen mit Nazihintergrund“ wurde von den Künstler*Innen Moshtari Hilal und Sinthujan Varatharajah auf Instagram zur Diskussion gestellt. In Analogie zur Bezeichnung „Menschen mit Migrationshintergrund“ soll mit diesem Begriff eine Debatte über die deutsche Vergangenheitsbewältigung und den alltäglichen Rassismus in Deutschland angeregt werden.

Meron Mendel, der Leiter der Anne Frank Bildungsstätte, hält den Begriff „Menschen mit Nazihintergrund“ für ein „problematisches Label“, das eher zur Spaltung als zur Verständigung beitrage. Seine Eltern flohen während des Holocaust aus Europa. Er selbst wuchs in Israel auf

Mit der MEMO Studie erforscht das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung Bielefeld (IKG), wie und an was sich Bürgerinnen und Bürger in Deutschland historisch erinnern. Diese Erinnerungskultur wird erfasst in Form einer repräsentativen Meinungsumfrage im Bevölkerungsquerschnitt. In der neuesten Studie geben über 32 Prozent der Befragten an, dass sie glauben, dass in ihren Familien potentiellen Opfern des NS-Regimes geholfen worden ist. Eine hohe Zahl, die sich von Fakten nicht belegen lässt.

Saba-Nur Cheema hat schon in ihrer Schulzeit erfahren, dass sie als „die Andere“ wahrgenommen wurde und dass deutsche Geschichte nicht ihre Geschichte sein sollte. Dabei findet sie diesen nationalen Blick ohnehin nicht hilfreich. Sie glaubt, dass man Jugendliche nicht dazu zwingen könne, sich mit der deutschen Vergangenheit zu beschäftigen, egal, ob ihre Großeltern das Dritte Reich erlebt haben oder erst nach 1945 als Migranten nach Deutschland kamen. „Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, wo man sich zwangsweise mit seiner Familiengeschichte beschäftigten muss“, sagt sie. Und: es wäre schön, wenn man sich auch für die Familiengeschichten der Jugendlichen „mit Migrationshintergrund“ interessieren würde.

Die Angehörigen der Opfer des Anschlages von Hanau haben in ihren Reaktionen gezeigt, dass sich Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte auch nach Jahrzehnten in Deutschland nicht als Deutsche fühlen können. Viele Migranten glauben zudem, dass die nicht aufgearbeitete deutsche Vergangenheit auf ihrem Rücken ausgetragen wird.

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#12 PAKH

Links und Hintergründe

Unsere Gäste heute: die Psychotherapeut*innen Erda Siebert und Peter Pogany-Wnendt vom Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust, PAKH e.V.

Wenn Ihr mehr über Erda und Peter und PAKH e.V. erfahren wollt, dann könnt Ihr sehen und hören, wie etwa…

den Dokumentarfilm „Der Nachlass“ von Christoph Hübner und Gabriele Voss. Darin erzählen Kinder und Enkel von NS-Tätern und Überlebenden von ihrer Auseinandersetzung mit dem Vermächtnis. Auch Peter Pogany-Wnendt und Erda Siebert und andere PAKH-Mitglieder sind dabei.

#11Jürgen. Darin erzählt Peter, was „Gefühlserbschaften“ sind.

Erdas Geschichte

Im Dokumentarfilm „Der Nachlass“ (s.o) erfahrt Ihr mehr, er ist über die Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung abrufbar.

Pumla Gobodo-Madikizela (edit.) with contributions by PAKH members Beata Hammerich, Erda Siebert, Peter Pogany-Wnendt, Johannes Pfäfflin and Elke Horn: „History, Trauma and Shame. Engaging the Past through Second Generation Dialogue„, Routledge Verlag 2021, E-Book: ca. 28 Euro.

Die Einsatzgruppen waren mobile Terror- und Tötungseinheiten der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS. Mehr erfahrt ihr hier.

Der Einsatzgruppenprozess vom 15. September bis zum 10. April 1948 war der neunte von zwölf Nürnberger Nachfolgeprozessen, Erdas Vater versteckte sich in dieser Zeit und wurde nicht zur Rechenschaft gezogen.

Peters Geschichte

Wenn Ihr Peters Lebensgeschichte bis ins Detail kennenlernen wollt: „Der Toten wegen musste ich jüdisch sein“, Gespräch mit Melanie und Peter im Deutschlandfunk , Sendung „Zeitzeugen im Gespräch“, 28.1.2021.

„Holocaust, Menschlichkeit und Psychotherapie“, Portrait über ihn im WDR, „Quarks – Wissenschaft und mehr“, Sendung vom 15.4.2020.

Die Gruppe als Seismograph

Enactement nennt man Inszenierungen aus dem Unbewussten auf der Ebene des Geschehens im analytischen Prozess.

Der Friedens- und Konfliktforscher Vamik Volkan wurde 1932 in Nikosia geboren, ist Psychoanalytiker und Professor emeritus für Psychiatrie an der Medizinischen Fakultät Virginia. Er ist Gründungsdirektor der „International Society of Political Psychology“ (ISPP) und des „Center for the Study of Mind and Human Interaction“ (CSMHI) und war für internationale Organisationen als Berater, Gesandter und Vermittler weltweit in vielen Krisengebieten tätig und weist außerdem neueWege in der Flüchtlingsarbeit heute.

Überforderte Kinder

Hier geht’s zur Seite der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz.

Wer ist Opfer?

Die Ärztin Johanna Haarer erklärte zur Zeit des Nationalsozialismus in Ratgebern, wie man Kinder für den Führer erzieht. Ihr Ratgeber „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ wurde unter neuem Titel bis in die 70er Jahre verlegt. Die Folgen dieser Erziehung wirken bis heute nach, sagen Bindungsforscher.

Die Diskussion um „Menschen mit Nazihintergrund“ begannen Moshtari Hilal und Sinthujan Varatharajah in einem Instagram Livegespräch über das Thema Nazierbe und dessen Kontinuitäten.

Hier folgen einige der Debattenbeiträge:

„Es geht uns nicht um Boykott, sondern um Transparenz“. Eine Einordnung der beiden selbst bei Zeit online.

„Deutsch und damit nicht normal“, von der Autorin Jule Hoffmann auf Zeit online.

„Kritik ist Liebe: Unbequeme Wahrheiten: Wie steht es um Deinen Nazihintergrund?“, von der Autorin Fabienne Sand.

„Social Media und NS-Familiengeschichte: Menschen mit Nazihintergrund“, von der Autorin Caren Miesenberger in der taz.

„Das Schweigen der Nazi-Enkel“, von der Publizistin Alexandra Senfft im Freitag.

„Wie Identitätspolitik schadet. Wer sind die Menschen mit Nazihintergrund‘?“, von Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt/M.

Die Gruppe #meinNazihintergrund auf Twitter.

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#11 Jürgen

Heute haben wir einen Hörer im Podcast. Jürgen erzählt uns seine Familiengeschichte und wir haben den Psychotherapeuten Peter Pogany-Wnendt gebeten, uns diese Geschichte einzuordnen.

Links und Hintergründe:

Jürgen hat eine interessante Familiengeschichte und sowohl jüdische Wurzeln wie auch Vorfahren, die überzeugte Nazis waren. Sein Großonkel Rudi beispielsweise war Reichsredner – so nannte man die Propagandafunktionäre der NSDAP.

In seinem langen Weg der Aufbereitung seiner Geschichte hat Jürgen mehrfach eine Aufstellung mitgemacht. Das ist eine Methode der Familientherapie, die durchaus kontrovers diskutiert wird. Jürgen selbst ist nicht nur Sozialpädagoge, sondern auch Suchttherapeut mit familientherapeutischer Qualifikation. Jeder Schritt seiner Genesung, sagt er, sei auch ein Schritt der Fortbildung und Qualifizierung gewesen.

Dan Booth Cohen, ein Mann, der eine wesentliche Rolle bei Jürgens Spurensuche gespielt hat, ist ein renommierter US-amerikanischer Familienaufsteller.

Unser Experte für diese Folge ist Peter Pogany-Wnendt, Psychotherapeut in Köln und Kind verfolgter ungarischer Juden. Er hebt in seiner praktischen Arbeit und seinen Büchern die zentrale Bedeutung der Liebe und den Wert der Menschlichkeit für das Überleben der Menschen hervor. Nur durch sie sei die Bildung und Bewahrung einer humanen Gesellschaft möglich. 

Für Jürgens Genesungsweg war Marsha Linehan und der Begriff der radikalen Akzeptanz von Bedeutung. Diese beruht auf dem Versuch, eine Situation, die nicht veränderbar ist, voll und ganz anzunehmen, inklusive der eigenen Gedanken und Gefühle dazu.

Der „Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust“ mit Sitz in Köln führt Nachfahren von Tätern und Opfern zusammen. Ihn werden wir in der kommenden Folge porträtieren.

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#10 Traumata

Links und Hintergründe

Heute sprechen wir mit der Sozialpsychologin Angela Moré

Angela Moré hat Einiges zum Thema veröffentlicht. Hier findet Ihr einen guten Überblick:

„Gefühlserbschaften – die stumme Sprache zwischen den Generationen“, in Kuckuck – Notizen zur Alltagskultur 21, H 1, 2006, S. 46-51

„Grenzenlosigkeit – Wut – Resignation. Reinszenierung und Abwehr bei Nachkommen Tätern“, der Artikel ist als PDF herunterzuladen für 5,99 Euro und ist Teil der Publikation psychosozial 124: „Unheimliche Wiedergänger? Zur Politischen Psychologie des NS-Erbes in der 68er-Generation“, Psychosozial Verlag 2011, 19,90 Euro

„Die psychologische Bedeutung der Schuldabwehr von NS-Tätern und ihre Botschaft an die nachfolgende Generation“, in: Rolf Pohl/Joachim Perels (Hg): „Normalität der NS-Täter?“ Hannover, Offizin-Verlag 2011, S. 105-121, 14,80 Euro

„Die unbewusste Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen an nachfolgende Generationen“, Journal für Psychologie 21/2, 2013, 1-34

„Unbewusste Erbschaften des Nationalsozialismus. Psychoanalytische, sozialpsychologische und historische Studien“, hrsg. gem. mit Jan Lohl. Psychosozial Verlag 2014, 29,90 Euro

„Die Schuld der Väter (er)tragen wir (nicht). Das unheimliche Erbe und seine Folgen“, in: M. Altanian u. M. Stepanians (Hg.): „Aufarbeitung historischer Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Armenier-Genozid“, Springer VS 2018, 34,99 Euro

„Zum psychoanalytischen Verständnis transgenerationaler Übertragungen“, in Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy 169/2018 (8), S. 232-240

„Die Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen zwischen den Generationen“, in: Praxis 108 (6), 425-430

Angela Moré hat auch mitgemacht bei dem Hintergrund „Klarheit ja – Erlösung nein. Was es bedeutet, einen NS-Täter in der Familie zu haben“, der am 19.4.2019 im Deutschlandfunk lief.

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#9 NSDAP2

Heute erzählt uns der Historiker Armin Nolzen mehr darüber, wie die NSDAP alle Lebensbereiche beherrschte und warum ausgerechnet Sozialdemokraten ihre Kinder in die Hitlerjugend schickten.

Links und Hintergründe

Unser Gast heute:
Armin Nolzen kennt die NSDAP wie kein Zweiter. Er ist damit eine gute Ergänzung zu Jürgen Falter, mit dem wir in Folge 8 schon gesprochen haben.

Einen guten Überblick über Armin Nolzens Einordnung der NSDAP bietet sein Artikel „Die NSDAP vor und nach 1933“.

Die NSDAP-Mitgliedschaft als Kavaliersdelikt
Lange galt die Mitgliedschaft in der NSDAP als eine Art Kavaliersdelikt. Das hing auch mit der Tatsache zusammen, dass viele Forscher, wie die meisten Deutschen, in irgendeiner Form in Strukturen der NSDAP eingebunden waren. Informationen beispielsweise zum Historiker Martin Broszat findet Ihr in diesem Artikel.

NSDAP durchsetzte alle Lebensbereiche
Sich dem System zu entziehen, war schwer. Das betraf vor allem die Deutsche Arbeitsfront (DAF) und die Hitlerjugend.

Die Hitlerjugend gehört zu den Forschungsschwerpunkten von Armin Nolzen. Viele Artikel über sie und andere Themen findet Ihr auf seiner Webseite.

Sozialdemokraten und die Hitlerjugend
Für Brigitte besonders interessant waren Armin Nolzens Ausführungen zu Sozialdemokraten im Dritten Reich – und warum die SPD sich nach dem Krieg kaum zu ihrer Verfolgungsgeschichte bekannte.

Speziell zu dieser Frage sind folgende Texte interessant:

Armin Nolzen, Dieter Nelles und Heinz Sünker: „Sequentielle Traumatisierung. Die Lebensbedingungen der Kinder von politisch Verfolgten des NS-Regimes“, in: „Ethik der Erinnerung“ in der Praxis. Zur Vermittlung von Verfolgungs- und Exilerfahrungen, hg. von Inge Hansen-Schaberg und Ulrike Müller, Wuppertal 2005, S. 200-219.

Armin Nolzen, Dieter Nelles und Heinz Sünker: „Kinder des Widerstands im Nationalsozialismus. Familiale und politische Sozialisationsprozesse, in: Widersprüche. Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich 26. Jg. (2006), Heft 99, S. 67-84.

Armin Nolzen, Dieter Nelles und Heinz Sünker: „‘Kinder des Widerstands‘ und Politik nach 1945. Die Kinder kommunistischer Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und deren Verhältnis zur Politik nach dem Zweiten Weltkrieg, BIOS, Jg. 21 (2008), Heft 2.

Otto Wels und Wilhelm Leuschner
Während die Leiden der „kleinen“ Mitglieder in der Nachkriegsgesellschaft der Bundesrepublik verdrängt wurden, feierte die SPD regelmäßig vor allem zwei Genossen: Otto Wels und Wilhelm Leuschner.

Am 23. März 1933 billigten die Abgeordneten des Reichstags mit großer Mehrheit das Ermächtigungsgesetz. Das Parlament als demokratische Institution war damit abgeschafft. Der SPD-Parteivorsitzende Otto Wels hatte vor der Abstimmung stellvertretend für seine Fraktion in einer emotionalen Rede ein Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie abgelegt.

Mehr über den Gewerkschafter und SPD-Politiker Wilhelm Leuschner gibt es auf der Seite der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Die Sozialpsychologin Angela Moré beschäftigt sich mit der transgenerationalen Weitergabe von traumatischen Erfahrungen. In der nächsten Folge hört Ihr mehr von ihr.

Weiterlesen #9 NSDAP2

#8 NSDAP

Links und Hintergründe

Zwei Drittel aller Deutschen waren bei Kriegsende Mitglied der NSDAP – oder einer ihrer vielen Unterorganisationen. Auch Melanies Großvater Joachim. Was brachte eigentlich ein Parteieintritt, was kann die Mitgliedsnummer heute noch über Eure Großeltern erzählen – und was auch das Eintrittsjahr? Darüber sprechen wir in #8 mit dem Parteienforscher Jürgen Falter, der seit vielen Jahren u.a. die Daten der NSDAP-Mitgliederkartei auswertet.

Das Berlin Document Center

Wenn Eure Großeltern den Nationalsozialismus unterstützt haben, werdet Ihr nicht daran vorbeikommen, Euch mit der NSDAP zu beschäftigen. Denn sie durchdrang die Gesellschaft bis in die feinsten Verästelungen und gilt als Rückgrat des Naziregimes.

Im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde liegt heute das Berlin Document Center (BDC) und Herzstück ist die NSDAP-Mitgliederkartei.

Die NSDAP-Mitgliederkartei

Dass die Kartei heute noch erhalten ist, ist einem mutigen Münchner Papiermüller zu verdanken. Die Geschichte ist filmreif.

Einen Überblick über die Mitgliedsnummern gibt’s bei Wikipedia

Unser Gast heute: Jürgen Falter

Der Parteienforscher Jürgen Falter beschäftigt sich seit seiner Emeritierung intensiv mit der NSDAP und hat dazu an der Uni Mainz auch eine Senior-Forschungsprofessur.

Für sein Buch „Hitlers Wähler“ wertete Jürgen Falter erstmals 1991eine große Stichprobe aus Datensätzen der NSDAP-Kartei aus. 2020 wurde überarbeitet und neu aufgelegt. Im selben Jahr erschien dann auch sein Buch „Hitlers Parteigenossen“. Eine umfassende Leseliste findet ihr auf unserer Seite.

Daten Daten Daten

Falters Vorgehen erklärt er in einem Interview mit der Zeit.

Die Anfänge der NSDAP

Der 24. Januar 1920 gilt als offizielles Gründungsdatum der NSDAP. Melanie hat schon vor einem Jahr im Deutschlandfunk ein „Geschichte aktuell“ zu den Anfängen der Partei geschrieben und sich gefragt, warum sie so groß wurde.

Mehr über den Aufstieg der NSDAP gibt’s hier

Und noch mehr über den Bürgerbräu-Putsch – oder Hitler-Putsch, wie er auch genannt wird, findet Ihr hier.

Schließzeiten

Einen guten Überblick über die verschiedenen Aufnahmesperren gibt es hier

Parteihierarchie

Anja Stanciu: „‚Alte Kämpfer‘ der NSDAP. Eine Berliner Funktionselite 1926-1949“, Böhlau Verlag 2018.

NSDAP-Mitglied wider Willen?

Im Nachklapp der Diskussion, ob prominente Politiker oder Wissenschaftler gar nichts davon wussten, in der NSDAP gewesen zu sein – oder unfreiwillig aufgenommen wurden, entstand 2009 der Sammelband „Wie wurde man Parteigenosse“, der vom Historiker Wolfgang Benz im Fischer Verlag herausgegeben wurde.

Die Mitglieder der NSDAP

Jürgen Falter: „Hitlers Parteigenossen. Die Mitglieder der NSDAP 1919–1945“, Campus Verlag 2020.

Der Historiker Armin Nolzen beschäftigt sich ebenfalls intensiv und seit Jahren mit der Partei.

Weiterlesen #8 NSDAP

#7 Volkssturm

Links und Hintergründe

In dieser Folge erzählt Brigitte über den Stand ihrer Recherche. Wie sie weiß, war ihr Opa als Sozialdemokrat im Dritten Reich allerhand Repressalien ausgesetzt. Was genau mit ihm passiert ist, ist jenseits einiger weniger Familiengeschichten nicht bekannt.

Inzwischen hat sie mit Hilfe der Wehrmachtsauskunftstelle, die seit einiger Zeit beim Bundesarchiv angesiedelt ist, eine Kopie seiner Personenkartei bekommen. Und sie hat von der Kriegsgräberfürsorge einen Auszug aus dem Gedenknamenbuch der deutschen Kriegsgräberstätte Stare Czarnowo erhalten.

Aus diesen Informationen ließ sich mit Internetrecherche Einiges herausfinden: Brigittes Großvater ist im Januar 1945 zum Volkssturm eingezogen und an die Ostfront verschickt worden – wo er möglicherweise sofort gefallen ist. Bis heute gilt er als vermisst.

Besonderer Dank gilt dem Historischen Verein für Oberfranken. Er hat schnell und unbürokratisch einen Artikel zur Verfügung gestellt über das Volkssturmbataillon, in dem Brigittes Großvater kämpfen musste.

Weiterlesen #7 Volkssturm

#6 Johannes

Links und Hintergründe

Unser Gesprächspartner ist heute Johannes Spohr. Der Historiker und freie Journalist in Berlin hat den Archivdienst present past für Recherchen zur NS-Geschichte in Familie und Gesellschaft gegründet. Er beschäftigt sich schon lange mit seinem Großvater Rudolf und beschreibt die Suche und auch die Reaktionen in Familie und der Heimatstadt seines Großvaters auf seiner eigenen Webseite. Er ist überzeugt: „Der Nationalsozialismus hat seine Wirkmächtigkeit bis heute nicht verloren“ – was das mit einer Gesellschaft macht und warum der Mythos vom Erinnerungsweltmeister Deutschland ein Mythos ist, darum geht es in unserer Folge 6.

Was bisher geschah

Darüber, wie man die Suche grundsätzlich angeht, haben wir mit dem Leiter der KZ-Gedenkstätte Oliver von Wrochem in #2 – Der Anfang gesprochen.

Die Soziologin und Biografieforscherin Gabriele Rosenthal hat uns in #5 – Rosenthal erklärt, auf was es ankommt bei einem Familiengespräch über die NS-Zeit.

Rudolf

Die Suche nach seinem Großvater Rudolf Spohr hat Johannes auch in dem Sammelband „Nationalsozialistische Täterschaften“ beschrieben, der 2016 aus einer Tagung in der NS-Gedenkstätte Neuengamme entstanden ist.

Zweite Schuld

„Die zweite Schuld oder Von der Last, Deutscher zu sein“ ist der Titel eines Sachbuchs des Journalisten Ralph Giordano (1923–2014) aus dem Jahre 1987, in dem er schildert, wie das Versagen der deutschen Gesellschaft nach dem Nationalsozialismus die politische Kultur der Bundesrepublik geprägt hat.

Keine Diskrepanz

Die „Volksgemeinschaft“ ist ein zentraler Begriff der NS-Ideologie, demnach soll sich das Volk als Rasse- und Weltanschauungsgemeinschaft geschlossen hinter seinem Führer versammeln. Klassen- und Standesschranken sind aufgehoben.

Nordenham

In der Sendung Zeitfragen im Deutschlandfunk Kultur sprachen Johannes und seine Mutter 2014 über ihre „Späte Suche nach der Wahrheit“.

Gespräch mit der Journalistin Ellen Reim, die über die Erkenntnisse aus Johannes Recherchen in der Kreiszeitung Wesermarsch erstmals berichtete.

Johannes hat seine Gedanken über die Diskussion in Nordenham auf seiner Webseite aufgeschrieben.

Goethe-Gesellschaft

Die Goethe-Gesellschaft auf Wikipedia.

Der US-amerikanische Historiker W. Daniel Wilson beschrieb 2019 in seinem Buch „Der faustische Pakt“, die Rolle der Goethe-Gesellschaft im Nationalsozialismus.

„Zwischen uns und Weimar liegt Buchenwald“ mahnte 1949 der Literaturkritiker Richard Alewyn,

die Schriftstellerin Ruth Klüger schreibt im Standard über ihn und die Verherrlichung Weimars und die Verharmlosung Buchenwalds.

Recherche

Das Hamburger Institut für Sozialforschung unterstützte Johannes bei seiner Suche.

Die Diskussion um die erste Wehrmachtsausstellung findet Ihr hier.

Die Wehrmachtsauskunftsstelle, kurz WAst. wurde Anfang 2019 in das Bundesarchiv in Berlin-Reinickendorf eingegliedert und zwar in die Abteilung „Personenbezogene Auskünfte zum Ersten und Zweiten Weltkrieg (Abteilung PA)„. Die zentrale Personenkartei der WAst. bietet Auskünfte über den Einsatz im 2. Weltkrieg. Achtung: Personenbezogene Unterlagen mit militärischer Herkunft verwalten verschiedene Abteilungen des Bundesarchivs – Berlin-Reinickendorf und -Lichterfelde aber auch das Militärarchiv Freiburg. Was wo zu finden ist erklärt das Bundesarchiv hier – dort findet Ihr auch die jeweiligen Benutzeranträge.

Lexikon der Wehrmacht

Johannes Archivdienst present past recherchiert zur NS-Zeit in Familie und Gesellschaft und Benjamin Haas ist mit seinem Archivdienst auf das Militärarchiv Freiburg spezialisiert.

Auswirkungen auf heute

Sven-Felix Kellerhoff beschreibt in der Welt, wie sich die Deutschen heute die NS-Zeit schönlügen.

Ruth Klügers Autobiographie „weiter leben. Eine Jugend“ könnt Ihr auch als Hörspiel beim WDR nachhören.

Weiterlesen #6 Johannes