#28 – Tagebücher im Nationalsozialismus

Tagebuch schreiben war im Nationalsozialismus äußerst beliebt – und zwar bei Anhänger*innen des Regimes ebenso wie bei Kritiker*innen. Wer heute noch so ein Tagebuch seiner Großeltern hat, kann sich glücklich schätzen, denn man kann einiges daraus erfahren. Auch Melanies Großeltern haben ein solches Tagebuch für ihre Kinder geführt. Doch wie genau geht man vor beim Lesen? Und wie soll man sich dazu verhalten? Der Historiker Janosch Steuwer von der Uni Halle weiß das genau. Er hat 140 Tagebücher zwischen 1933 und 1939 untersucht. Er sagt: mit der sogenannten Machtergreifung im Januar 1933 drängte sich Politik in die Tagebücher förmlich hinein, denn das NS-Regime forderte die Menschen auf, sich mit ihm zu beschäftigen und das eigene Leben in dessen Ideologie einzupassen.

#27 – Abteilung PA (ehem. WASt)

Birgit Wulf von der Abteilung PA im. Bundesarchiv

Wenn ihr wissen wollt, wo und in welcher militärischen Einheit der Großvater im Krieg war, seid ihr in der Abteilung „Personenbezogene Auskünfte“ des Bundesarchivs genau richtig. Aber auch, wenn ihr nach Angehörigen sucht, die im Krieg vermisst wurden oder gefallen sind, kann man hier Einiges herausfinden. Die Unterlagen der Deutschen Dienststelle (ehem. WASt) sind seit 2019 ins Bundesarchiv übergegangen. Warum genau – und was ihr sonst noch bei der Recherche hier beachten solltet, erzählt uns die stellvertretende Referatsleiterin Birgit Wulf – und auch über Melanies Großvater Joachim, hat sie etwas gefunden.

#26 – Displaced Persons

Im zweiten Teil zum Thema Zwangsarbeit geht es in #26 um die Folgen. Denn nach ihrer Befreiung lebten viele zwangsverschleppte Zwangsarbeiter*innen oft als Displaced Persons – als sogenannte „heimatlose Ausländer“ in Deutschland, weil sie nicht in ihre Heimatländer zurückkonnten – oder wollten. So wie Florian Urbańskis Großeltern, die aus Polen stammen. Nach jahrelangen Aufenthalten in verschiedenen DP-Lagern wurden sie mit ihren Kindern Mitte der 1950er Jahre von einem LKW in einem Dorf auf der Schwäbischen Alb abgeladen – und kamen doch nie recht an. Ihre Familiengeschichte hat auch Florians Leben geprägt. Er erzählt wie – und was er daraus macht. Die Historikerin Sarah Grandke von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ordnet ein.