#16 Im Landesarchiv

Links und Hintergründe

Unser Gast ist dieses Mal Oberstaatsarchivrat Bastian Gillner vom Landesarchiv NRW in Duisburg. Dort liegen auch die Entnazifizierungsakten der britischen Besatzungszone und noch viel mehr Akten, die Euch bei der NS-Familienrecherche weiterbringen. Aber – da gibt’s auch einige Probleme, vor denen die Archivar*innen bei Akten aus der Zeit des Nationalsozialismus stehen….hört rein!

Das Landesarchiv NRW

Jedes Bundesland hat eine eigene Archivorganisation. In manchen Ländern gibt es ein so genanntes Hauptstaatsarchiv, in anderen, wie etwa in Nordrhein-Westfalen, gibt es ein so genanntes Landesarchiv. Hier findet Ihr einen guten Überblick.

Ein Beitrag von Westart im WDR aus dem Jahr 2014 führt Euch ins Landesarchiv NRW.

NS-Akten im Landesarchiv

Das Archivportal von NRW bietet einen guten Überblick über die Quellen, die für die Familienforschung interessant sind.

Die Personenstandsarchive sind Teil der Landesarchive. Dort werden ausschließlich Unterlagen des sogenannten Personenstandswesens aufbewahrt, also Kirchenbücher, Zivilstandsregister wie Sterbe-, Heirats- und Geburtsregister, sogenannte Juden- und Dissidentenregister, Reproduktionen von Listen jüdischer Gemeinden, Einwohnern und Friedhöfen, Nachlässe etc.

Das Staatsarchiv Ludwigsburg, Teil des Landesarchivs Baden-Württemberg, hat alle relevanten Infos zur Entnazifizierung und den Spruchkammerakten auf seine Seite gestellt, auch bietet es immer wieder interessante Online-Vorträge zur NS-Familienrecherche an, wie zum Beispiel zum Lesen der Spruchkammerakten. Die Termine findet Ihr hier.

Die Suche

Findbücher werden auch als „Landkarten der Archive“ bezeichnet. Sie stellen die Verbindung her zwischen der Ebene der Bestände eines Archivs und der Ebene der einzelnen Aktenstücke. Mit Hilfe eines Findbuches könnt Ihr innerhalb eines Bestandes die für Eure jeweilige Fragestellung relevanten Archivalien ermitteln. Anders als in Bibliotheken, die Zugang über alphabetische Kataloge ermöglichen – oder häufig thematisch geordnet sind, wird in einem Findbuch die Struktur eines Bestandes abgebildet. Und seine Gliederung verrät dann, wie die Strukturen sind, in denen die Akten entstanden sind. Man muss sich daher immer fragen, wer innerhalb eines Verwaltungsbereichs, in dessen Kontext die von ihm gesuchte Information gehört, zuständig war. Wie die Suche funktioniert? Ganz einfach: Über das Inhaltsverzeichnis oder über die sogenannten Indices kann man zu einem bestimmten Thema einzelne Aktenstücke finden. Außer dem Aktentitel enthalten die Einträge im Findbuch Angaben über die Laufzeit der Akten, so dass man die Suche auf einen konkreten Zeitraum einschränken kann. Vor dem Aktentitel steht meistens eine laufende Nummer, die von der Signatur zu unterscheiden ist. Wichtig: Bestandsbezeichnung und Signatur bilden die Angaben, die man braucht, um die gewünschten Akten zu bestellen, damit sie zu Euch in den Lesesaal kommt.

Viele Findbücher sind mittlerweile im Netz, die von NRW findet Ihr hier

Nationalsozialistisches Reiterkorps (NSRK)

Im Netz findet man dazu nicht viel, außer einen Wikipedia-Eintrag. Nachdem ist der NSRK seit 1936 die umfassende Bezeichnung aller berittenen Einheiten der NS-Kampforganisationen innerhalb der NSDAP. Es umfasste formal auch die Reiter-SS, die allerdings im Rahmen des NSRK autonom agierte und bestand zwischen März 1936 und Mai 1945.