#11 Jürgen

Heute haben wir einen Hörer im Podcast. Jürgen erzählt uns seine Familiengeschichte und wir haben den Psychotherapeuten Peter Pogany-Wnendt gebeten, uns diese Geschichte einzuordnen.

Links und Hintergründe:

Jürgen hat eine interessante Familiengeschichte und sowohl jüdische Wurzeln wie auch Vorfahren, die überzeugte Nazis waren. Sein Großonkel Rudi beispielsweise war Reichsredner – so nannte man die Propagandafunktionäre der NSDAP.

In seinem langen Weg der Aufbereitung seiner Geschichte hat Jürgen mehrfach eine Aufstellung mitgemacht. Das ist eine Methode der Familientherapie, die durchaus kontrovers diskutiert wird. Jürgen selbst ist nicht nur Sozialpädagoge, sondern auch Suchttherapeut mit familientherapeutischer Qualifikation. Jeder Schritt seiner Genesung, sagt er, sei auch ein Schritt der Fortbildung und Qualifizierung gewesen.

Dan Booth Cohen, ein Mann, der eine wesentliche Rolle bei Jürgens Spurensuche gespielt hat, ist ein renommierter US-amerikanischer Familienaufsteller.

Unser Experte für diese Folge ist Peter Pogany-Wnendt, Psychotherapeut in Köln und Kind verfolgter ungarischer Juden. Er hebt in seiner praktischen Arbeit und seinen Büchern die zentrale Bedeutung der Liebe und den Wert der Menschlichkeit für das Überleben der Menschen hervor. Nur durch sie sei die Bildung und Bewahrung einer humanen Gesellschaft möglich. 

Für Jürgens Genesungsweg war Marsha Linehan und der Begriff der radikalen Akzeptanz von Bedeutung. Diese beruht auf dem Versuch, eine Situation, die nicht veränderbar ist, voll und ganz anzunehmen, inklusive der eigenen Gedanken und Gefühle dazu.

Der „Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust“ mit Sitz in Köln führt Nachfahren von Tätern und Opfern zusammen. Ihn werden wir in der kommenden Folge porträtieren.