#8 NSDAP

Links und Hintergründe

Zwei Drittel aller Deutschen waren bei Kriegsende Mitglied der NSDAP – oder einer ihrer vielen Unterorganisationen. Auch Melanies Großvater Joachim. Was brachte eigentlich ein Parteieintritt, was kann die Mitgliedsnummer heute noch über Eure Großeltern erzählen – und was auch das Eintrittsjahr? Darüber sprechen wir in #8 mit dem Parteienforscher Jürgen Falter, der seit vielen Jahren u.a. die Daten der NSDAP-Mitgliederkartei auswertet.

Das Berlin Document Center

Wenn Eure Großeltern den Nationalsozialismus unterstützt haben, werdet Ihr nicht daran vorbeikommen, Euch mit der NSDAP zu beschäftigen. Denn sie durchdrang die Gesellschaft bis in die feinsten Verästelungen und gilt als Rückgrat des Naziregimes.

Im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde liegt heute das Berlin Document Center (BDC) und Herzstück ist die NSDAP-Mitgliederkartei.

Die NSDAP-Mitgliederkartei

Dass die Kartei heute noch erhalten ist, ist einem mutigen Münchner Papiermüller zu verdanken. Die Geschichte ist filmreif.

Einen Überblick über die Mitgliedsnummern gibt’s bei Wikipedia

Unser Gast heute: Jürgen Falter

Der Parteienforscher Jürgen Falter beschäftigt sich seit seiner Emeritierung intensiv mit der NSDAP und hat dazu an der Uni Mainz auch eine Senior-Forschungsprofessur.

Für sein Buch „Hitlers Wähler“ wertete Jürgen Falter erstmals 1991eine große Stichprobe aus Datensätzen der NSDAP-Kartei aus. 2020 wurde überarbeitet und neu aufgelegt. Im selben Jahr erschien dann auch sein Buch „Hitlers Parteigenossen“. Eine umfassende Leseliste findet ihr auf unserer Seite.

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Falters Vorgehen erklärt er in einem Interview mit der Zeit.

Die Anfänge der NSDAP

Der 24. Januar 1920 gilt als offizielles Gründungsdatum der NSDAP. Melanie hat schon vor einem Jahr im Deutschlandfunk ein „Geschichte aktuell“ zu den Anfängen der Partei geschrieben und sich gefragt, warum sie so groß wurde.

Mehr über den Aufstieg der NSDAP gibt’s hier

Und noch mehr über den Bürgerbräu-Putsch – oder Hitler-Putsch, wie er auch genannt wird, findet Ihr hier.

Schließzeiten

Einen guten Überblick über die verschiedenen Aufnahmesperren gibt es hier

Parteihierarchie

Anja Stanciu: „‚Alte Kämpfer‘ der NSDAP. Eine Berliner Funktionselite 1926-1949“, Böhlau Verlag 2018.

NSDAP-Mitglied wider Willen?

Im Nachklapp der Diskussion, ob prominente Politiker oder Wissenschaftler gar nichts davon wussten, in der NSDAP gewesen zu sein – oder unfreiwillig aufgenommen wurden, entstand 2009 der Sammelband „Wie wurde man Parteigenosse“, der vom Historiker Wolfgang Benz im Fischer Verlag herausgegeben wurde.

Die Mitglieder der NSDAP

Jürgen Falter: „Hitlers Parteigenossen. Die Mitglieder der NSDAP 1919–1945“, Campus Verlag 2020.

Der Historiker Armin Nolzen beschäftigt sich ebenfalls intensiv und seit Jahren mit der Partei.