#6 Johannes

Links und Hintergründe

Unser Gesprächspartner ist heute Johannes Spohr. Er ist Historiker und freier Journalist in Berlin und hat den Archivdienst present past für Recherchen zur NS-Geschichte in Familie und Gesellschaft gegründet. Er beschäftigt sich schon lange mit seinem Großvater Rudolf und beschreibt die Suche und auch die Reaktionen in Familie und der Heimatstadt seines Großvaters auf seiner eigenen Webseite. Er ist überzeugt: „Der Nationalsozialismus hat seine Wirkmächtigkeit bis heute nicht verloren“ – was das mit einer Gesellschaft macht und warum der Mythos vom Erinnerungsweltmeister Deutschland ein Mythos ist, darum geht es in #6.

Was bisher geschah

Darüber, wie man die Suche grundsätzlich angeht, haben wir mit dem Leiter der KZ-Gedenkstätte Oliver von Wrochem in #2 – Der Anfang gesprochen.

Die Soziologin und Biografieforscherin Gabriele Rosenthal hat uns in #5 – Rosenthal erklärt, auf was es ankommt bei einem Familiengespräch über die NS-Zeit.

Rudolf

Die Suche nach seinem Großvater Rudolf Spohr hat Johannes auch in dem Sammelband „Nationalsozialistische Täterschaften“ beschrieben, der 2016 aus einer Tagung in der NS-Gedenkstätte Neuengamme entstanden ist.

Zweite Schuld

„Die zweite Schuld oder Von der Last, Deutscher zu sein“ ist der Titel eines Sachbuchs des Journalisten Ralph Giordano (1923–2014) aus dem Jahre 1987, in dem er schildert, wie das Versagen der deutschen Gesellschaft nach dem Nationalsozialismus die politische Kultur der Bundesrepublik geprägt hat.

Keine Diskrepanz

Die „Volksgemeinschaft“ ist ein zentraler Begriff der NS-Ideologie, demnach soll sich das Volk als Rasse- und Weltanschauungsgemeinschaft geschlossen hinter seinem Führer versammeln. Klassen- und Standesschranken sind aufgehoben.

Nordenham

In der Sendung Zeitfragen im Deutschlandfunk Kultur sprachen Johannes und seine Mutter 2014 über ihre „Späte Suche nach der Wahrheit“.

Gespräch mit der Journalistin Ellen Reim, die über die Erkenntnisse aus Johannes Recherchen in der Kreiszeitung Wesermarsch erstmals berichtete.

Johannes hat seine Gedanken über die Diskussion in Nordenham auf seiner Webseite aufgeschrieben.

Goethe-Gesellschaft

Die Goethe-Gesellschaft auf Wikipedia.

Der US-amerikanische Historiker W. Daniel Wilson beschrieb 2019 in seinem Buch „Der faustische Pakt“, die Rolle der Goethe-Gesellschaft im Nationalsozialismus.

„Zwischen uns und Weimar liegt Buchenwald“ mahnte 1949 der Literaturkritiker Richard Alewyn,

die Schriftstellerin Ruth Klüger schreibt im Standard über ihn und die Verherrlichung Weimars und die Verharmlosung Buchenwalds.

Recherche

Das Hamburger Institut für Sozialforschung unterstützte Johannes bei seiner Suche.

Die Diskussion um die erste Wehrmachtsausstellung findet Ihr hier.

Die Wehrmachtsauskunftsstelle, kurz WAst. wurde Anfang 2019 in das Bundesarchiv in Berlin-Reinickendorf eingegliedert und zwar in die Abteilung „Personenbezogene Auskünfte zum Ersten und Zweiten Weltkrieg (Abteilung PA)„. Die zentrale Personenkartei der WAst. bietet Auskünfte über den Einsatz im 2. Weltkrieg. Achtung: Personenbezogene Unterlagen mit militärischer Herkunft verwalten verschiedene Abteilungen des Bundesarchivs – Berlin-Reinickendorf und -Lichterfelde aber auch das Militärarchiv Freiburg. Was wo zu finden ist erklärt das Bundesarchiv hier – dort findet Ihr auch die jeweiligen Benutzeranträge.

Lexikon der Wehrmacht

Johannes Archivdienst present past recherchiert zur NS-Zeit in Familie und Gesellschaft und Benjamin Haas ist mit seinem Archivdienst auf das Militärarchiv Freiburg spezialisiert.

Auswirkungen auf heute

Sven-Felix Kellerhoff beschreibt in der Welt, wie sich die Deutschen heute die NS-Zeit schönlügen.

Ruth Klügers Autobiographie „weiter leben. Eine Jugend“ könnt Ihr auch als Hörspiel beim WDR nachhören.